Video Review: Dunkelsucht – „This is fucking mainstream“

Dunkelsucht, welche uns bereits live überzeugten, veröffentlichten am diesem Freitag einen Song, welcher uns ebenso mit seiner Wortgewandtheit, Offenheit und gespickt mit einer großen Portion Ironie überzeugte. Wer in This is fucking mainstream hineinhört, bekommt das serviert, was der Titel vermuten lässt: Klischee und Realität.

Das entworfene Musikvideo packt zu dem Text obendrauf den aktuellen visuellen Zeitgeist, welcher nicht minder aus klassischen Mustern besteht, für welchen unter anderem der aktuell angesagte bicolor Effekt genutzt wurde. Natürlich dürfen auch Inszenierungen mit klassischen Requisiten oder das gern genutzte Storytelling im separaten Handlungsstrang nicht fehlen. Dies ist nicht als Abwertung von anderen Werken zu verstehen, sondern nur eine Beobachtung. Denn ein jeder kann sich aus der Singleauskopplung der am 1. Oktober erscheinenden EP das nehmen, was er/sie möchte, da es ein musikalisches Potpourri von der Szene für die Szene ist.

Was This is Fucking Mainstream ganz und gar nicht zum Mainstream werden lässt, ist der Kniff von Director Türkan Kuşkay diese aneinander gereihten klassischen Videomotive zum Ende hin verschmelzen zu lassen, wenn die Tänzer – nicht ganz zufällig begleitet von Patrick Näf’s Worten „Dieser Song und der Text folgen keiner Struktur“, welche taktlos im Takt von Ara Jo (er)klingen  – in das Setting von Dunkelsucht eintreten.

Text: Ginger Chan
Video: Türkan Kuşkay

EP-Review: Betti Stewart – „Chameleon Girl“

Nach einer langen musikalischen Reise ist Betti Stewart angekommen. Angekommen bei ihrem Debüt Chameleon Girl. Und was der Titel der EP erahnen lässt, wird auf den englischsprachigen Songs bestätigt: Es ist eine Platte über sie, über ihre Träume und ihre Weltanschauung, ihren Weg.

Die Texte schrieb Betti selbst, die Melodien steuerte Amandas bei.
Aber nicht nur in in Punkto Sound beeinflusste der gebürtige Grazer die gebürtige Osnarbrückerin, sondern auch in Punkto Vocals, war er es doch, der Betti Stewart ermutigte ihren Worten eine Stimme zu geben, wie er uns einst im Interview vor 2 Jahren verriet.

Und das dies die perfekte Empfehlung war, tritt besonders bei Not Yours Forever hervor, da der geneigte Hörer hier feststellen darf wie rund, wie rau, wie geschliffen und wie gespikt Betti ihr Organ einsetzen kann. Dem gegenüber baut Bye Bye in der Hinsicht ab und bietet sich daher als Schlusslicht des in der Gesamtheit sehr beeindruckenden EP dar. Continue reading