CD Review: Erdling – „Yggdrasil“

Der vor wenigen Tagen erschienen Silberling Yggdrasil lässt vermutlich nicht nur die Herzen von Erdling-Fans höher schlagen, sondern dürfte mit den abgelieferten harten Tönen deutlichen Neuzulauf verzeichnen.

Die Band erliegt aber trotzdem nicht dem „Mainstream“, sondern verdeutlicht eher das eigens präsente Interesse mit dem Vertonen des eigenen Band-Emblems: Yggdrasil, der Weltenbaum. Die Jungs zeigen in Form des hier abgelieferten Albums, dass es sich durchaus lohnt, sich wieder auf die alten Werte und Traditionen zu besinnen – und auch und besonders die Vergänglichkeit des Seins in allen Facetten zu besingen.

Dass Vergänglichkeit eben auch mit Umweltschutz zu tun hat, verdeutlicht schon der Opener Hel, bei dem eine Frauenstimme einleitet, dass die Welt sich verändere, der Weltenbaum somit stirbt.
Man würde sich aber an dieser Stelle ein kein so abruptes Ende wünschen, sondern einen fließenderen Übergang zu Blizzard mit einem längeren Nachklang. Das hier hat beim ersten Hören ein bisschen was von Werbeansage. Aber wenn Erdling nach dem Eisgott rufen, kann man gar nicht anders als mitzuwippen und die Beats gehen nicht nur ins Ohr, sondern direkt in den ganzen Körper über. Continue reading

CD Review: Max Raabe – „MTV Unplugged“

Musik verbindet, Musik schlägt Brücken.

Dieses Motto wird in dieser Releasewoche wohl von keinem Werk besser verkörpert als MTV Unplugged von Max Raabe. Warum, dies begründet sich auf dem Musikstil der 1920er & 1930er, den der Berliner seit der Gründung seines Palast Orchesters 1986 pflegt. Und da in jener Zeit E-Gitarren und Keyboards wahre Zukunftsmusik waren, ist jede Darbietung des Sängers mit den 12köpfigen Orchester tatsächlich unplugged.

Daraus ergab sich wiederum die Herausforderung dem TV-Format MTV Unplugged gerecht zu werden, als der Musiksender vor 2 Jahren bei Max Raabe anfragte. Und da Max Raabe für eine fantasie- und humorvolle Interpretation bekannt ist (wer hätte in den Goldenen Zwanzigern schon Texte im Jargon wie „Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich.“ geschrieben) inszenierte er den Abend auf seine Weise: ein Unplugged-Konzert mit Künstlern, die man in diesem Musikstil wohl nicht vermuten würde. Continue reading