Live Review: Schattenmann / 27.10.2018 / Oberhausen

Nach einem langen Ritt vom Nord-Osten des Landes in den Weste rüber, wäre es mehr als verständlich gewesen, wenn die Jungs von Schattenmann mit etwas Müdigkeit übersät gewesen wären. Vor allem wenn man noch in Betracht zieht, dass die Vier einen Tag zuvor, das Sturm auf die Bastille Festival als Headliner zum Abriss brachten (wie dies wiederum war, erfahrt ihr hier).

Daher hier ein Hoch auf die Crew von den Schattenmännern, die das Steuer in die Hand nahmen und die Jungs nach einer ausgiebigen zelebrieren erfolgreichen Show in der Hauptstadt nun Richtung Oberhausen brachten. Zeitgleich machten sich ‚Fans and Friends‘ auf den Weg. Vor den heiligen Toren des Kulttempels angekommen, traf man einige altbekannte und neue Gesichter. Es durfte quasi schon losgehen mit der Kick-Off-Show zur laufenden Tour im Frühjahr 2019.
Da einige Diskussionen vor der Tür aufkamen, ob der 27. Oktober 2018 nun die erste Headlinershow in der bisherigen Bandgeschichte der Franken sei, dem darf gesagt sein: Nein. 😉 Wann und wo war also die Premiere einer ersten eigenen Headlinershow? Hier die Antwort! 

Aber dass die Tour im Januar die erste Headlinertour den Franken sein wird, das ist unumstritten. Und eigentlich kann man den 27. Oktober schon als Tourauftrakt bezeichnen, denn den Support gaben Florian Grey, die vor wenigen Tagen auch als Toursupport bestätigt wurden.
Und kurze Zeit nach dem ersehnten Einlassen kamen sie dann auch auf die Bühne. An diesem Tag bestand die Symphonic Dark Rock – Formation aus verschiedenen Gründen nur zur Hälfte aus der eigentlichen Besetzung. Gittarist Von Marengo tourt gerade mit Hell Boulevard durch die Lande (ein Review vom Konzert mit Mono Inc. aus Dresden gibt es hier) und für Simon Zlotos gab es durch die Geburt seiner Tochter den verständlichsten Grund zu Hause zu bleiben, wobei er im Geiste sicher auch bei wobei er im Geiste sicher auch bei Pika Diaz (Ex-Memory Lane) und Tom Le Paul (DARKH) war, die für die beiden einsprangen. 

Und alles begann dann mit Relief
… ein Lied aus der Setlist, welches im Gedächtnis geblieben ist. Neben diesem Stück gab es natürlich weitere vom aktuelle Album Ritus (klick für das Review) und einigen weiteren des Vorgängers Gone wie u.a. Laudanum. Florian Grey kamen im Gesamten äußerst gut beim Publikum an. Sogar so gut, dass das Gemurmel von einigen Schattengirls und -boys vermuten ließ, dass sie hätten ruhig gern noch länger spielen dürfen. Ehre dem, dem Ehre gebührt. Danke für eine unglaublich schöne Show mit den feinsten Klängen aus dem DarkRock/Melancholic-Bereich. Aber nicht nur während ihres Auftrittes konnten Florian Grey (vocals), Yannik „Rage“ Bockelmann (drums) und ihre Livemusiker überzeugen, sondern auch in der anschließenden Autogrammsession. Kein Fotowunsch, kein Autogrammwunsch wurde ausgeschlagen. Danke! ??

Nach dem Support war den Fans eine kurze Zeit zum Verschnaufen gegönnt. Währenddessen huschten vertraute Stagehands über die Bühne, um alles in Windeseile sorgfältig vorzubereiten. Und da diese Show unter besonderen Ankündigungen und Versprechen stand, wurde von Anfang an nicht gekleckert, sondern geklotzt. Als die Stagehands verschwunden waren, betrat Frank Herzig ganz alleine mit einer Gitarre die Bühne und spielte eine Unplugged Version von Gekentert – die Ballade der NDH-Band, bei den auch hartgesottene Metalheads weich werden.

Die erste Hälfte der Setlist war vielen gut bekannt, stammten diese Tracks von ihrem im März erschienenen Debütalbum (siehe unser Review). Aber Schattenmann wären nicht Schattenmann, wenn sie nicht einige Überraschungen mit dabei hätten. Da diese weit im Vorfeld angekündigt waren, wurde nach jedem Song gelauscht, ob nun endlich neue Töne durch den Kulttempel klingen. Und tatsächlich gab es mit Ruf der Engel – ein neues Stück welches erwartungsgemäß durch Mark und Bein gleitete. So treffend scharf formuliert, dass kaum ein Besucher davon unberührt blieb. Das können die Franken … so schön unerwartet einen rhetorischen, gefühlvollen und musikalischen Rundumschlag verteilen.
Doch dies war nicht der einzige neue Song, den Frank (Gesang), Luke (Bass), Nils (Schlagzeug) und Jan (Gitarre) dabei hatten. Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sagte, dass mit Epidemie wohl die nächste NDH-Hymne geboren wurde! Man kann von der Entstehungsgeschichte des Liedes das ein oder andere herleiten und im Song selbst heißt es „…ich bin mir selbst der größte Feind.“

Als nach Trümmer und Staub angeblich schon Schluss gewesen sein sollte, gab es natürlich noch ein paar Zugaben. Unter anderem das Stück Kopf durch die Wand. Wie schon der Titel vielleicht erahnen lässt, handelt es sich um jemanden bzw. etwas, das einige sture und störrische Eigenschaften besitzen.
Nach zwei Zugaben war dann tatsächlich Schluss, denn jeder noch so unvergessliche Abend hat einmal ein Ende. Na gut, ganz zu Ende war er ja noch nicht. 😉 Denn nach einem ausgedehnten verdienten Applaus begaben sich die Fans Richtung Bar und Merch, wo wenige Minuten die Musiker von Schattenmann auch dazu stießen. Der Andrang war, wie erwartet, riesig. Trotz dessen bekam jeder, der wollte, das volle Fan-Care-Paket. Es ist immer wieder bewundernswert zu sehen mit welchem Enthusiasmus, Freude und vor allem Geduld Schattenmann den Fans begegnwet. Eine wunderschöne Beziehung, die zwischen diese Band und ihren Fans entstanden ist.

Mehr davon gibt es an folgenden Daten:

15.02.2019 [DE] Leipzig – Hellraiser
16.02.2019 [DE] Berlin – Privatclub
22.02.2019 [DE] München – Backstage
23.02.2019 [DE] Nürnberg – Cult
01.03.2019 [CH] Zofingen – Oxil
02.03.2019 [DE] Frankfurt/Main – Das Bett
08.03.2019 [DE] Flensburg – Roxy
09.03.2019 [DE] Hamburg – Markthalle
16.03.2019 [AT] Wien – Escape
22.03.2019 [DE] Bremen – Tivoli
23.03.2019 [DE] Hannover – SubKultur

Setlist Florian Grey: Relief / My Babylon / Growing Colder / My Fear / A Black Symphony / Laudanum / Blood in a Shell / Bluecifer / Until we go down / The End

Setlist Schattenmann: Schattenmann / Rot 9mm / Brennendes Eis / Böser Mann / Gekentert / Krieger des Lichts / Ruf der Engel / Epidemie / Generation Sex / Amok / Licht anTrümmer und StaubKopf durch die Wand / Zahn der Zeit

 
Text: Angy Bark
Archive Photos: Flo Lerch (Jeanne Dark Photography) &  Holger Bär (Alldark-Foto)

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